TIG vs. MIG-Schweißen – was sind die Unterschiede?

Beim Schweißen mit Schutzgas kommen meist die Methoden TIG- oder MIG-Schweißen zum Einsatz. Diese unterschiedlichen Methoden haben jeweils ihre Vor- und Nachteile, auf die wir in diesem Artikel etwas näher eingehen möchten.

Als MIG-Schweißen (Metallschweißen mit inerten Gasen) bezeichnet man den nach EN ISO 4063 definierten Prozess 131, bei dem das Edelgas Argon (selten auch Helium) dem abschmelzenden Schweißdraht zugeführt wird. Dieses Lichtbogenschweißverfahren nutzt das Edelgas, um das flüssige Metall unter dem Lichtbogen vor Oxidation zu schützen. Beim Schweißen wird der Schweißdraht kontinuierlich durch einen Motor nachgeführt und mit dem Grundmaterial verschweißt. Das MIG-Schweißen eignet sich besonders für Schweißarbeiten, bei denen es auf eine hohe Schweißgeschwindigkeit ankommt, diese wird durch die permanente, motorgetriebene Zufuhr des Schweißdrahts erreicht. Beim MIG-Schweißen ist der Aufwand an technischen Geräten vergleichsweise gering, sodass die Schweißarbeiten günstiger als beim TIG-Schweißen durchführbar sind.

Das TIG-Schweißen (Tungsten Inert-Gaswelding) wird im deutschen Sprachraum auch als WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgasschweißen) bezeichnet. Diese Schweißmethode zeichnet sich gegenüber dem MIG-Schweißen in vielerlei Hinsicht aus. Beim TIG-Schweißen ist die gesundheitliche Belastung für den Schweißer geringer als bei anderen Verfahren, denn es entstehen so gut wie keine Schweißspritzer. Die Zugabe von Schweißzusatz wird nicht durch einen Motor gesteuert und geschieht permanent, sondern kann durch die Trennung von Stromstärke und Schweißzusatz vom Schweißer je nach Bedarf erfolgen. Dies ist besonders bei manuell durchgeführten Schweißarbeiten in Zwangslagen oder Wurzellagen von Vorteil.

Beim TIG-Schweißen sind die durch die Hitze verursachten Verzüge der Werkstücke geringer als beim MIG-Schweißen, da hier der Wärmeeintrag im Verhältnis geringer und kleinräumiger ist. Die Schweißnähte beim TIG-Schweißen besitzen eine höhere Güte als beim MIG-Schweißen. Diese Vorteile machen das TIG-Schweißen vor allem bei Schweißarbeiten an Rohren und Apparaten von Kraftwerken und der chemischen Industrie zur bevorzugten Methode. Bei Schweißarbeiten an dünnen Basismaterialien können diese direkt und ohne Zugabe von Schweißzusatz miteinander verbunden werden.