Handschweißen – zwei Verfahren im Vergleich

Auch wenn in der industriellen Fertigung das Roboterschweißen immer mehr an Bedeutung gewinnt, bleibt das Handschweißen ein unverzichtbarer Prozess bei der Fertigung von Metallwaren.

Handschweißen bietet nach wie vor viele Vorteile und ist in der individualisiertem Fertigung wesentlich wirtschaftlicher, als das Roboterschweißen. Die meisten Betriebe verfügen nicht über das notwendige Kapital, um in eine Roboterschweißanlage zu investieren. Zudem lassen sie sich nur im Innenbereich nutzen, während das traditionelle Handschweißen auch im Außenbereich seine Anwendung findet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Möglichkeit einmalige Spezialarbeiten auszuführen. Viele Handwerksbetriebe führen keine Massenproduktion aus, sondern fertigen individualisierte Produkte. Diese können meist nur durch das Handschweißverfahren realisiert werden.

Es gibt verschiedene Handschweißverfahren. Die in der Industrie am häufigsten vorkommenden Verfahren sind:

  1. Lichtbogenschweißen
  2. WIG-Schweißen

Lichtbogenschweißen

Unter allen Handschweißverfahren findet das Lichtbogenschweißen die meiste Anwendung. Es lässt sich an sehr vielen Metallen anwenden, weil die unterschiedlichen Elektroden-Arten sich an die chemischen und mechanischen Eigenschaften des Metalls anpassen. Zudem kann es sehr gut im Außenbereich und in engen und räumlich begrenzten Arealen angewendet werden.

Das auffälligste Merkmal ist der zwischen Werkstück und abschmelzender Elektrodenhülle grell leuchtende Lichtbogen. Dieser Lichtbogen bringt das Metall zum Schmelzen und ermöglicht den Schweißvorgang. Beim Lichtbogenschweißen baut sich die Elektrodenhülle ab und es treten Gase aus. Die Gase schützen das Schweißbad vor negativen Auswirkungen der umliegenden Raum-Atmosphäre.

WIG-Schweißen

Der Hauptunterschied beim WIG-Schweißen im Vergleich zum Lichtbogenschweißen besteht in der gleichbleibenden Elektrode. Während beim Lichtbogenschweißen die Elektrode abschmilzt, bleibt sie beim WIG-Verfahren stets gleichlang. Zudem entstehen praktisch keine Schweißspritzer.

WIG steht für „Wolfram-Inert-Gas“. Wolfram bezieht sich auf die Wolfram-Elektrode und „inert“ bedeutet reaktionsarm.

Je nachdem, ob das Schweißgerät an Wechsel- oder Gleichstrom angeschlossen wurde, lassen sich unterschiedliche Metalle schweißen. Für Aluminium wird bevorzugt Wechselstrom genutzt, während Chrom-Nickel mit Gleichstrom geschweißt wird.

WIG-Schweißen wird bevorzugt im Innenbereich eingesetzt, weil die im Außenbereich auftretenden Störfaktoren wie Wind, zusätzliche Schutzmaßnahmen erfordern.

Die Vorteile des Handschweißens gegenüber dem Roboterschweißen lassen ich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Handschweißen ist an vielen Orten einsetzbar.
  • Es sind keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich.
  • Lichtbogenschweißen lässt sich im Außenbereich und an schwer zugänglichen Orten durchführen.

Es gibt auch ein paar Nachteile:

  • gesundheitliche Belastungen für die Schweißer
  • höherer wirtschaftlicher Aufwand bei Massenfertigung